Header Website Ehrenamt_2.jpg
Fachtagung Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz in Leipzig

Der ASB in Zeiten der „Zeitenwende“

Die diesjährige Mitteldeutsche Fachtagung für Verantwortliche für Rettungsdienst und Katastrophenschutz des ASB-Landesverbandes Sachsen versammelte Führungskräfte und Fachleute aus diesen Bereichen der ASB-Landesverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin im Bildungszentrum „Am Sonnenpark“ des ASB Regionalverbandes Leipzig e.V. in Leipzig. Die Expertinnen und Experten tauschten sich Ende Oktober zwei Tage lang intensiv über die aktuellen Herausforderungen aus und diskutierten neue, innovative Lösungen.

Die Fachtagung eröffnete Matz Mattern, Landesgeschäftsführer des ASB Sachsen, gemeinsam mit seinen Amtskollegen Sven Baumgarten (ASB Landesverband Sachsen-Anhalt) und René Zettlitzer (ASB Landesverband Thüringen). Sie berichteten über die laufenden Diskussionen und Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die die Rettungsdienste in ihren jeweiligen Bundesländern betreffen.

Im Rahmen der Berichte aus den Landesverbänden wurde auch der dreitägige Stromausfall in Berlin-Köpenick im September thematisiert, bei dem etwa 50.000 Haushalte betroffen waren und der Einsatz des ASB Berlin als Teil einer überregionalen Hilfsaktion von großer Bedeutung war.

Herausforderungen und Chancen im Bevölkerungsschutz

Ein zentrales Thema der Tagung war die Frage, wie sich der ASB und andere Hilfsorganisationen in der „Zeitenwende“ angesichts multipler Krisen, wie dem Krieg in der Ukraine, extremen Wetterereignissen und der Bedrohung durch Blackouts, aufstellen.

Michael Schnatz, Leiter des Fachbereichs Bevölkerungsschutz beim ASB-Bundesverband, stellte die strategische Ausrichtung des ASB vor. So betonte er: „In der heutigen Zeit konzentrieren wir uns bei unseren Hilfeleistungen vor allem auf die Zivilbevölkerung.“ Dabei sei es von großer Bedeutung, die Menschen auch auf potenzielle Krisenereignisse wie Stromausfälle oder Naturkatastrophen vorzubereiten und ihre Resilienz zu stärken. Darüber hinaus gab Stina Steingraeber von der ASB-Auslandshilfe Einblicke hinsichtlich des Engagements des ASB in der kriegsversehrten Ukraine.

Im Fokus der Diskussion standen auch neue Technologien, wie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Rettungsdienst und im Bevölkerungsschutz. Hervorgehoben wurde ferner die Notwendigkeit, neue Wege zu finden, um Ehrenamtliche für den Katastrophenschutz zu gewinnen und langfristig zu binden – eine Herausforderung, die viele Organisationen, auch der ASB, weiterhin intensiv beschäftigt.

Zur Bedeutung der Zivilgesellschaft im Katastrophenschutz betonte Matz Mattern, dass der ASB auch weiterhin stark auf die Unterstützung durch Ehrenamtliche angewiesen sei: „Der Bevölkerungsschutz in Deutschland basiert zu 90 Prozent auf ehrenamtlicher Arbeit. Wir müssen daher alle Kräfte bündeln, um die Strukturen und das Engagement im Ehrenamt zu stärken.“ Diskutiert wurde auch die sanitätsdienstliche Absicherung von Großveranstaltungen.

Vernetzung mit Praxis, Wirtschaft und Wissenschaft

Wichtiger Aspekt der Fachtagung war der interdisziplinäre Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren. Neben den Vertretern der ASB-Gliederungen nahmen auch Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft an der Veranstaltung teil.