Mit Herz und Schnauze
Die ehrenamtliche Rettungshundestaffel Dresden hilft, Leben zu retten.

Berit und Dori sind stolz: Die Hundedame hat ihren Eignungstest bestanden.
Foto: ASB Regionalverband DresdenEs ist mitten in der Nacht, ein dunkles Waldstück unweit des Weißen Hirsches in der Dresdner Heide. Eine Person wird vermisst: eine ältere Dame, die an Demenz erkrankt ist und in dem Waldstück umherirrt. Berit Bartsch und Anja Stejskal sind mit ihren vierbeinigen Lebensrettern im Verbund mit etwa 30 anderen Hundeführer:innen und Helfer:innen aus anderen Hilfsorganisationen als Suchtrupp im Einsatz. Da kommt die Mitteilung: Die Frau ist gefunden. Lebend. Das ist das Ende eines erfolgreichen Einsatzes und beide sind stolz, mit ihrem Engagement in der ASB-Rettungshundestaffel des Regionalverbandes Dresden ein sinnstiftendes Ehrenamt gefunden zu haben, welches ihre Leidenschaft für Hunde mit dem Retten von Menschenleben verbindet.
Der Gesellschaft etwas zurückgeben
„Ich habe eine neue Aufgabe im Ehrenamt gesucht, als meine Kinder aus dem Haus waren. Mir ging es darum, der Gesellschaft etwas zurückzugeben“, erinnert sich Berit, die bei einer großen Krankenkasse arbeitet. Schon als junges Mädchen habe sie mit Hundesport Berührungspunkte gehabt. Hieran wollte sie anknüpfen, erzählt die 55-Jährige, die seit vier Jahren in der Staffel aktiv ist. Ihre beiden Vierbeiner, Fanny und Dori, befinden sich derzeit in der Ausbildung, haben aber ihren Eignungstest 2022 bzw. 2024 bestanden.
Nicht jeder Hund kann als Rettungshund eingesetzt werden. „Die Tiere sollten neugierig, nicht ängstlich und motivierbar sein“, zählt Hundeführerin Anja auf. „Und sie müssen Freude am Laufen haben und berechenbar sein.“ Ob all dies zusammenkommt zeigt, sich oftmals erst im Laufe des Trainings. „Die Hunde sind Lebewesen mit einer eigenen Individualität. Da kann es passieren, dass man viel Trainingszeit investiert, die dann umsonst war“, sagt die 48-Jährige, die ihrem Ehrenamt bereits seit 2007 nachgeht und beim statistischen Landesamt in Kamenz beschäftigt ist. Ihr Labrador Retriever Balu ist der Senior unter den tierischen Staffelmitgliedern und quasi im Ruhestand. Mit Corgi Daisy ist sie derzeit in der Ausbildung.
Regelmäßiges Training für sachsenweite Einsätze
Gerade regelmäßiges Training ist entscheidend. Zwei Mal pro Woche müssen die Hunde und ihre Hundeführer:innen ihr Programm absolvieren. „Hinzu kommen zweimonatliche Staffelabende, Trainings- und Einsatzbesprechungen sowie die tatsächlichen Einsätze“, so Berit. Und damit auch sie für die Einsätze gerüstet sind, nehmen sie an verschiedenen Schulungen und Kursen teil. Zwischen 15 bis 20 Stunden pro Woche kommen für das Ehrenamt zusammen.
An etwa 30 Einsätzen pro Jahr ist die Dresdner ASB-Rettungshundestaffel sachsenweit beteiligt. Zu ihr gehören derzeit zwölf Personen und 14 Hunde. „In den Einsätzen müssen wir uns blind aufeinander verlassen können“, hebt Anja hervor, „insbesondere in der Nacht, wenn wir im Gelände unterwegs sind.“ Über die Zeit seien aber auch Freundschaften entstanden, man treffe sich auch „in der Freizeit“ mit den Vierbeinern.
Die Suche nach entlaufenen Senior:innen ist ein Einsatzszenario, das relativ häufig auf die Staffelangehörigen wartet. Es komme aber auch vor, dass sich Pilzsucher:innen verlaufen und überdies ohne Telefon unterwegs sind. „Und gerade im Herbst und im Winter kommen die Suchen nach Menschen mit suizidalen Absichten verstärkt hinzu“, berichtet Anja. „Die Vorstellung, eine Person tot aufzufinden, ist sicherlich die größte Herausforderung dieses Ehrenamtes.“
Hier erfahren Sie mehr über die Rettungshundestaffel des ASB Dresden.
