Tag der Pflege

Ein Danke ist nicht Dank genug

Heute vor 200 Jahren wurde Florence Nightingale geboren, die als Begründerin der modernen Krankenpflege gilt. Ihr zu Ehren dankt der Tag der Pflege immer am 12.Mai allen Pflegenden für ihre unverzichtbare Arbeit - die heute wie vor 200 Jahre eine starke Lobby braucht.

Florence Nightingales Geschichte als Krankenschwester begann damit, dass sie während einer Grippe-Epidemie Infizierte pflegte. Wird auch die Corona-Epidemie junge Menschen dazu ermuntern, sich als Pflegende beruflich zu verwirklichen? Florence stammte aus gutem Hause, ihre Familie würde nach heutigen Maßstäben als sozial engagiert gelten. Dennoch verweigerten die Eltern ihrer Tochter wiederholt die Zustimmung zu einer Ausbildung in der Krankenpflege. Damals wie heute waren es politische und gesellschaftliche Initiativen, die das Ansehen der Krankenpflege stärken. Florence wurde so das Ausüben ihres Traumberufs erleichtert.   

Heute wie vor 200 Jahren: Anerkennung für die Pflege muss im Beruf erlebbar werden

Auch 2020 wollen Kampagnen und Maßnahmen junge Menschen für den Beruf der Pflegefach- oder Hilfskraft begeistern. Die Corona-Pandemie verstärkt diese Initiativen: Applaus aus geöffneten Fenstern und eine Heldenrhetorik macht die Bedeutung von Pflegekräften für die Gesellschaft sichtbarer. Auch der ASB in Sachsen fördert seit drei Jahren mit dem Projekt „Gelingen schreibt Geschichte(n)“ ein wertschätzendes Miteinander in sozialen Berufen.

Empfehlen deshalb mehr Eltern ihren jugendlichen Kindern statt am Schreibtisch am Krankenbett zu arbeiten? Gerade zum Tag der Pflege ist ein Danke mehr als angebracht, aber nicht Dank genug. Anerkennung für den Pflegeberuf sollte am 200. Geburtstag von Florence Nightingale ebenso selbstverständlich sein wie gute Arbeitsbedingungen, niedrige Betreuungsschlüssel und eine faire, leistungsgerechte Bezahlung in der stationären und ambulanten Pflege.

ASB in Sachsen will Pflege gut bezahlt und bezahlbar machen

Der ASB in Sachsen setzt sich als Unterstützer der Initiative ProPflegereform für einen Systemwechsel in der Finanzierung von stationärer, ambulanter und häuslicher Pflege ein – damit der Pflegeberuf attraktiver wird, in seinem Ansehen weiter steigt und sich die Personalsituation dauerhaft entspannt. Die Initiative will erreichen, dass Kostensteigerungen in der Pflege nicht vom Pflegebedürftigen, sondern von der Pflegeversicherung getragen werden und dass die Pflegekasse bei der Kostenbeteiligung keine Unterschiede mehr zwischen ambulanter und stationärer Pflege macht.

Gute Arbeitsbedingungen für Pflege im ASB

Auch im ASB in Sachsen ist die Arbeit am Menschen als Pflegefach- oder Hilfskraft ein anspruchsvoller Beruf. Erschwerend hinzu kommt der Fachkräftemangel. Die sachsenweiten Mitarbeitendenbefragungen mit zuletzt 2.400 Beteiligten zeigen aber auch, dass ein überwiegender Teil der Samariterinnen und Samariter ihre Tätigkeit beim ASB schätzen. So erhielt die Berücksichtigung von Arbeitszeitwünschen durchschnittlich 4,3 von 5 möglichen Punkten, für Spaß im Job und Arbeitsfreude vergaben die Befragten 4,2 von 5 Punkten. Die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen wurde ähnlich gut bewertet, ebenso das Fachwissen. Der überwiegende Teil der Befragten empfiehlt den ASB Sachsen als Arbeitgeber und Anbieter sozialer Dienste. Verbesserungen wünschen sich die Beschäftigten bei der Beteiligung im Arbeitsalltag und der Bezahlung.

Pflege im ASB Sachsen: Geschichten des Gelingens

Im Rahmen des Projekts „Gelingen schreibt Geschichte(n)“ hat der ASB in Sachsen in den letzten drei Jahren einiges angestoßen und umgesetzt, um die Wertschätzung für soziale Berufe sichtbar zu machen und innerhalb des Verbands kontinuierlich weiterzuentwickeln. Einige Geschichten aus der Pflege sind hier erzählt:  https://www.meine-geschichte-dein-job.de/viel-herz

Der Bereich der Altenhilfe und Pflege ist im sächsischen Arbeiter-Samariter-Bund mit insgesamt 27 ambulante Pflegedienste, 16 Tagespflegeeinrichtungen, 31 stationäre Einrichtungen, zahlreichen Kurzzeitpflegeangeboten und Begegnungsstätten und über 2.800 Mitarbeitenden einer der wichtigsten Arbeitsgebiete.